Authentizität – Warum ich mittendrin bin und nicht nur dabei

Authentizität – Warum ich mittendrin bin und nicht nur dabei

Manchmal werde ich gefragt – durch die Blume oder ganz direkt:

Warum bist du eigentlich so nah?
Warum bleibst du nicht einfach Hüterin des Raumes?
Warum bist du nicht nur Gestalterin deiner Angebote?
Warum nicht einfach Anbieterin von Mineralien, Leiterin eines Frauenkreises, Organisatorin von Workshops?

Warum bist du mittendrin, statt nur dabei?

Die Antwort ist einfach.
Und gleichzeitig so vielschichtig.

Weil ich gar nicht anders kann.


Ich bin nicht nur Beobachterin 

Ich teile meine Gedanken.
Meine Erfahrungen.
Meine Freude.

Und wenn ein Thema mich berührt, dann sieht man das.
Wenn Tränen fließen, dann fließen sie.
Wenn eine Frau weint, dann halte ich sie.
Und wenn ich selbst bewegt bin, dann verstecke ich das nicht.

Ich glaube nicht an Räume, in denen eine Person „hält“ und die anderen „erleben“.
Ich glaube an Begegnung auf Augenhöhe.


Hochsensibel – und dankbar dafür

Ich bin eine hochsensible Person – fachlich HSP genannt.
Ich nehme Nuancen wahr, die zwischen den Worten liegen.
Ich spüre Stimmungen, bevor sie ausgesprochen werden.
Ich fühle Schwingungen im Raum, lange bevor jemand sie benennt.

Früher wurde das durch andere als Belastung wahrgenommen. Früher fühlte es sich auch sehr anstrengend an. Dann schenkte mir meine Schwester ein Buch über HSP und ich heilte. Heilte Überlastung aus, lernte Strategien kennen, lernte Möglichkeiten kennen, wie ich mein System regulieren kann. 
Heute weiß ich: Es ist eine meiner größten Stärken.

Es ist der Grund, warum mein Raum kein Konzept ist.
Sondern ein lebendiger Organismus.

Du wirst mich nie distanziert erleben.
Nicht kühl.
Nicht strategisch kalkulierend.

Ich bin ein Mensch, der auch mal keine Fachfrage beantworten kann.

Für mich ist es essenziell, dass das gesprochene Wort zu meinem Handeln passt.
Dass meine Angebote das widerspiegeln, was ich selbst lebe.
Dass mein Innen und mein Außen sich nicht widersprechen.

Das ist für mich Authentizität.


Mauern schützen – aber sie begrenzen auch

Ich bin in meinem Leben vielen Menschen begegnet, die Mauern aufgebaut haben.
Aus Schutz, sagen sie.

Und ich verstehe das.
Nach Enttäuschungen.
Nach Verletzungen.
Nach Erfahrungen, die schmerzhaft waren.

Der erste Impuls ist Rückzug.
Und dieser Rückzug ist gesund.

Aber was passiert, wenn er bleibt?

Wenn aus einem Schutzmechanismus ein Lebensstil wird?
Wenn aus Vorsicht Distanz wird?
Wenn aus einer Erfahrung ein dauerhaftes Urteil über alle Menschen entsteht?

Dann berauben wir uns unserer Freiheit.
Wir verpassen Chancen.
Wir verhindern Begegnungen.
Wir verlieren vielleicht sogar Menschen, die unser Leben bereichert hätten.

Und vor allem:
Wir schränken uns selbst ein.


Schubladen sind bequem – aber sie trennen

Vor Kurzem wurde ich selbst in eine Schublade gesteckt.
Von einem Menschen, der mich nicht wirklich kannte.

Es war einer dieser Momente, in denen man spürt, wie schnell Worte ein Bild formen können – ein Bild, das mit dem eigenen Inneren wenig zu tun hat.

Früher hätte mich das vielleicht verunsichert.
Vielleicht hätte ich gedacht:
„Dann öffne ich mich eben nicht mehr so schnell.“

Oder noch tiefer: Vielleicht hätte ich begonnen zu hinterfragen, ob diese fremde Einschätzung nicht doch eine Wahrheit über mich enthält. Hätte überlegt, ob ich mich anpassen sollte. Ob ich leiser, vorsichtiger oder kontrollierter sein müsste.

Es ist erstaunlich, wie leicht Menschen einander verunsichern können – manchmal unbewusst, manchmal aus der eigenen Begrenzung heraus. Und genau darin liegt eine Verantwortung, die wir alle tragen: Achtsam mit dem zu sein, was wir über andere denken und aussprechen.

Doch warum sollte ich mich aus Angst vor Bewertungen zurückziehen?
Warum sollte ich meine Offenheit reduzieren, nur weil sie nicht überall verstanden wird?
Warum sollte ich mein Wesen verändern, nur weil ein einzelner Mensch urteilt?

Warum solltest du das tun? Warum sollte das überhaupt irgendwer tun?

Nein.
Im Gegenteil.

Ich habe mich entschieden, mich nicht kleiner zu machen.
Nicht verschlossener.
Nicht vorsichtiger im Zeigen meines Herzens.

Ich wünsche diesem Menschen, der mich in eine seiner Schubladen steckte von Herzen alles Gute.
Und ich wünsche ihm die Erfahrung, irgendwann selbst zu spüren, wie viel Freiheit darin liegt, andere nicht vorschnell einzuordnen.

Denn jedes Etikett, das wir vergeben, sagt oft mehr über unsere eigenen Grenzen aus, als über den Menschen, den wir betrachten.

Wir leben leichter, wenn wir nicht alles bewerten müssen.
Gesünder, wenn wir nicht sofort urteilen.
Freier, wenn wir Begegnungen offen lassen dürfen.

„Leben und leben lassen“ ist kein dekorativer Satz.
Es ist eine innere Haltung.
Und eine Entscheidung, die wir jeden Tag neu treffen.

Warum ich diese Erfahrung teile?
Nicht um anzuklagen.
Nicht um recht zu haben.

Sondern um einen anderen Blickwinkel sichtbar zu machen.
Einen, der Offenheit nicht als Schwäche versteht –
sondern als Stärke.

Und vielleicht erreicht genau dieser Gedanke das eine oder andere Herz.

Und gleichzeitig glaube ich nicht daran, jeden Spiegel sofort wegzudrehen.

Unsere Mitmenschen sind manchmal genau das: unser Spiegel.
Manchmal grob und ungefiltert.
Manchmal fein und fast liebevoll – in Form eines Gedankens, eines Hinweises, eines Impulses.

Es wäre ebenso unbewusst, alles abzublocken, wie alles ungeprüft zu übernehmen.

Wenn mir jemand etwas über mich sagt, halte ich inzwischen kurz inne.
Ich höre zu.
Ich fühle hinein.

Ist da ein Körnchen Wahrheit?
Berührt es einen wunden Punkt?
Zeigt es mir vielleicht etwas, das ich selbst noch nicht sehen wollte?

Wenn ja, dann arbeite ich damit.
Dann darf Entwicklung stattfinden.
Dann bin ich dankbar für diesen Spiegel.

Doch wenn ich in mir klar spüre:
Nein. Das bin nicht ich.
Das entspricht nicht meinem Wesen.
Das fühlt sich sogar leicht übergriffig an –

dann lasse ich es dort, wo es hingehört.

Beim Gegenüber.

Nicht jede Zuschreibung ist eine Einladung zur Selbstoptimierung.
Nicht jede Meinung verlangt nach Selbstzweifel.

Manchmal ist es schlicht Projektion.
Manchmal ist es Begrenzung.
Manchmal ist es die Geschichte des anderen – nicht meine.

Und dann darf ich es abhaken.
Ohne Groll.
Ohne Drama.
Ohne es in mir weiterzutragen.

Diese Unterscheidung ist für mich gewachsene Authentizität:
Offen genug, um zu lernen –
klar genug, um mich nicht verbiegen zu lassen.


Warum ich mich nicht zurücknehme

Ich bin Jungfrau im Sternzeichen – strukturiert, reflektiert, beobachtend.
Und gleichzeitig zutiefst feinfühlig.

Diese Mischung macht mich aus.

Ich werde mich nicht kleiner machen, um besser in ein Bild zu passen.
Ich werde nicht distanzierter sein, nur weil Nähe manche irritiert.
Ich werde nicht aufhören, zu fühlen, nur weil Rationalität gesellschaftlich oft höher bewertet wird.

Mein Raum ist kein neutraler Veranstaltungsort.
Er ist Ausdruck meines Wesens.

Wenn ich Mineralien auswähle, dann tue ich das mit Gefühl.
Wenn ich einen Frauenkreis leite, dann mit Herz.
Wenn ich eine Umarmung gebe, dann echt.

Ich bin mittendrin, weil ich davon überzeugt bin, dass echte Verbindung nur dort entsteht, wo Menschen sich zeigen.

Unperfekt.
Berührbar.
Ehrlich.


Authentizität bedeutet für mich

Authentizität bedeutet für mich nicht, immer stark zu sein.
Nicht immer souverän.
Nicht immer gefasst.

Authentizität bedeutet, dass mein Handeln meinem Inneren entspricht.
Dass ich nichts spiele.
Dass ich keine Rolle bediene.

Es bedeutet, mich nicht hinter Professionalität zu verstecken.
Sondern Professionalität mit Menschlichkeit zu verbinden.

Es bedeutet auch, offen zu bleiben.
Trotz Enttäuschungen.
Trotz Missverständnissen.
Trotz Bewertungen.

Denn jedes Mal, wenn ich mich nicht verschließe, wähle ich Freiheit.

Und genau diese Freiheit möchte ich in meinem Raum ermöglichen.


Mein Wunsch

Ich wünsche mir eine Welt, in der wir weniger urteilen.
In der wir weniger vergleichen.
In der wir weniger Mauern bauen.

Und ich beginne damit – bei mir selbst.

Vielleicht bin ich deshalb so nah.
Vielleicht bin ich deshalb mittendrin.

Weil ich glaube, dass echte Begegnung dort entsteht, wo wir uns trauen, ganz wir zu sein.

Mit Freude.
Mit Tränen.
Mit Stärke.
Mit Sensibilität.

Und mit einem offenen Herzen. 

Vielleicht hast auch du solche Erfahrungen gemacht.
Vielleicht wurdest du missverstanden.
Eingeordnet.
Bewertet.
Oder mit einer Geschichte versehen, die nie deine war.

Wenn ja, dann wünsche ich mir von Herzen, dass du einen kleinen Impuls aus meinen Worten mitnimmst.

Vielleicht nicht heute.
Vielleicht nicht sofort.

Aber vielleicht bei der nächsten merkwürdigen Begegnung.
Beim nächsten Moment, in dem dich eine Aussage kurz ins Wanken bringt.

Dass du dich erinnerst.

Dass du innehältst.
Dass du in dich hineinfühlst.
Und dass du dir selbst glaubst.

Du bist es dir wert, offen zu bleiben.
Auch wenn es Menschen geben wird, die diese Offenheit bewusst oder unbewusst ausnutzen.
Auch wenn es Situationen geben wird, die dich verletzen.

Ja, das wird passieren.
Nicht, weil mit dir etwas nicht stimmt.
Sondern weil wir Menschen Erwartungen haben.
An uns.
An andere.
An Begegnungen.

Und genau darin liegt ein weiteres, spannendes Thema – über Erwartungen werde ich bald schreiben.

Wenn dich solche Gedanken begleiten, wenn du dich in meinen Worten wiederfindest oder einfach Teil dieser Reise bleiben möchtest, dann melde dich gern zu meinem Newsletter an. So verpasst du keinen meiner Blogs.

Vielleicht begegnen wir uns dort oder in meinem Raum in Nentmannsdorf wieder.

Und vielleicht gehst du deinen Weg ein kleines Stück freier.

Herzlichst, Fanni 


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