Wenn die Tage lang sind und die Abende in warmes, goldenes Licht getaucht werden, spürt man:
Der Sommer ist angekommen.
Um den 21. Juni erleben wir jedes Jahr einen besonderen Moment – die Sommersonnenwende. Sie markiert den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres.
Seit sehr langer Zeit messen Menschen diesem Zeitpunkt eine besondere Bedeutung bei. Viele Kulturen feierten die Kraft der Sonne, die Wärme, das Wachstum und die Fülle der Natur.
Für mich ist dieser Tag vor allem eine kleine Erinnerung: Kurz innezuhalten und wahrzunehmen, was gerade da ist.
Gerade im Sommer fällt mir das besonders leicht. Wenn ich am Abend draußen sitzen kann, wenn die Luft noch angenehm warm ist und vielleicht ein gemütlicher Grillabend mit lieben Menschen stattfindet. Wenn die Sonnenstrahlen die Haut wärmen und die Natur in ihrer ganzen Lebendigkeit zu spüren ist.
Und doch ertappe ich mich manchmal bei einem Gedanken, der uns Menschen wohl sehr vertraut ist: Im Winter wünschen wir uns Wärme, Licht und lange Tage. Und wenn der Sommer da ist, klagen wir plötzlich über Hitze oder darüber, dass alles zu viel wird.
Früher ging es mir oft genauso.
Heute versuche ich, bewusster damit umzugehen. An besonders heißen Tagen gestalte ich meinen Tagesrhythmus einfach anders. Die großen Gassirunden mit unserem Hund lege ich in die frühen Morgenstunden, wenn die Luft noch kühl ist. Dann wandern wir durch den schattigen Wald, hören das Rascheln der Blätter und nehmen den Duft der Natur wahr.
Diese Momente sind für mich kleine Geschenke.
Und wenn ich tagsüber merke, dass mir die Hitze zu schaffen macht, erinnere ich mich manchmal ganz bewusst daran, wie sehr mir diese Wärme im Winter fehlt. Dieser Gedanke verändert vieles. Plötzlich ist da wieder Dankbarkeit.
Dankbarkeit für die Sonne. Für die warmen Tage. Für den Duft der Natur. Besonders der Duft von Rosen gehört für mich zum Sommer einfach dazu. Kaum etwas erinnert mich so sehr an diese Jahreszeit.
Der Sommer hat für mich aber noch eine ganz andere, fast spielerische Seite.
Wenn die Tage wieder wärmer werden, zieht es mich oft nach draußen – auf eine kleine Schatzsuche. Ich liebe es, an Stränden oder in Sandflächen nach schönen Steinen zu schauen. Den Sand durch die Finger rieseln zu lassen, die Formen und Farben der Steine zu betrachten und immer wieder kleine Überraschungen zu entdecken.
Ein Ort, den ich besonders gern besuche, ist der Findlingspark in Nochten. Dort gibt es einen großen Sandkasten, in dem kleine Mineralientrommelsteine versteckt sind. Eigentlich ist das eine Attraktion für Kinder.
Aber ganz ehrlich: Was wäre ich für ein Narr, wenn ich nicht dem Jubel meines inneren Kindes folgen und selbst im Sand nach Steinchen suchen würde?
Also steige ich hinein, lasse den Sand durch meine Hände rieseln und freue mich über jedes kleine Fundstück.
Es sind einfache Momente – und vielleicht gerade deshalb so wertvoll.
Mineralien und Steine faszinieren mich schon lange. Jeder einzelne hat seine eigene Struktur, seine eigene Geschichte und ist über viele Jahre hinweg in der Erde gewachsen. Wenn ich einen Stein finde oder in den Händen halte, erinnert mich das daran, wie viel Schönheit oft in den kleinen Dingen liegt.
Die Sommersonnenwende kann uns daran erinnern, diese Fülle wahrzunehmen – draußen in der Natur, aber auch in unserem eigenen Leben.
Und vielleicht ist Dankbarkeit dabei das schönste Ritual überhaupt.
Nicht nur zur Sommersonnenwende.
Nicht nur an besonderen Tagen.
Sondern immer wieder – mitten im Alltag.
Denn egal ob Sommer oder Winter: Jede Jahreszeit bringt ihre eigenen kleinen Wunder mit sich. Wenn wir sie wahrnehmen, entdecken wir, dass das, wonach wir uns sehnen, oft schon längst da ist.
Bis bald,
Fanni
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