Vertrauen ist eine große Sache.
Es ist überwältigend, manchmal überfordernd und es macht uns ohnmächtig – nicht im Moment des Vertrauens selbst, sondern dann, wenn unser Vertrauen auf die Probe gestellt wird.
Wenn ich an Vertrauen denke, sehe ich ein kleines Kind vor mir. Ein Kind, das mit purem Vertrauen auf die Welt kommt. Alles ist sicher. Und dann, zu schnell, macht der Mensch die Erfahrung, dass nicht alles und jeder vertrauenswürdig ist. Und das ist nur natürlich. Vertrauen hängt oft eng mit unseren Erwartungen zusammen. Werden diese enttäuscht, schwindet das Vertrauen – in andere, in uns selbst, in das Leben.
Vertrauen in andere
Wie viele Menschen kenne ich, die vertrauen und enttäuscht werden. Geheimnisse werden weitererzählt, Lügen und Betrug verletzen. Ich selbst habe sowohl Vertrauen geschenkt und bin auch enttäuscht worden. Ich habe gelogen und wurde belogen. Das ist die menschliche Erfahrung.
Wichtig ist, aus diesen Momenten nicht in Resignation zu verfallen. Zu erkennen, dass jemand falsch gehandelt hat – oder man selbst – und dann wieder die richtige Richtung einzuschlagen. Mauern aufzubauen ist manchmal verständlich und sogar nötig. Aber dauerhaft verschließen wir uns so vor Chancen und vor der Erfahrung, dass Vertrauen auch geehrt werden kann.
Vertrauen in uns selbst
Ähnlich wie bei anderen ist es mit dem Vertrauen in uns selbst. Am Anfang entscheiden wir intuitiv, wir vertrauen unserer inneren Stimme. Doch Misserfolg, wiederholte Kritik oder Rückschläge können uns verunsichern. Plötzlich zweifeln wir an uns, verschließen uns oder machen aus Unsicherheit vielleicht noch mehr Fehler.
Fehler sind jedoch essenziell. Sie sind unangenehm, manchmal folgen Konsequenzen, die wir uns nicht wünschen. Aber sie sind auch die Lernmomente, in denen Wachstum möglich ist. Wenn wir Verantwortung übernehmen, aus Fehlern lernen und wieder handeln, wächst das Vertrauen – in uns selbst, in unsere Fähigkeiten, in unsere Intuition.
Fehler zuzulassen, anzuerkennen und daraus zu lernen, ist ein wesentlicher Schlüssel, um das Vertrauen in sich selbst wiederzufinden.
Vertrauen ins Leben
Vertrauen in das Leben zu haben, ist vielleicht die größte Herausforderung. Denn das Leben scheint nicht immer fair zu sein. Unvorhersehbare Dinge geschehen und manchmal sind sie zutiefst schmerzhaft. Letztes Jahr starb mein Kater in meinen Armen. Nur wenige Stunden später explodierte eine Etage meiner Wohnung – ein Albtraum, der alles in Schutt und Asche legte.
Wie kann man nach solchen Ereignissen noch Vertrauen haben? Genau hier wird das Bewusstsein entscheidend: Ich habe gelernt, dass alles, was geschieht, auch für uns geschieht. Die Worte
„Alles geschieht für mich“
sind seit einigen Jahren eine meiner essenziellen Maxime. Sie geben mir Halt, auch wenn ich nicht alles erklären kann. Sie lassen mich an das Leben glauben, selbst in Tiefphasen.
Unser Leben verändert sich ständig. Zu allem gibt es eine Schattenseite: Tag und Nacht, Sommer und Winter, Auf und Ab, Erfolg und Misserfolg. Wir dürfen lernen, das zu verstehen und alles in unserem Leben anzunehmen. Das, was uns zuerst mies stimmt, darf von uns mit Liebe angenommen werden als Bestandteil unseres Lebens und einfach ausgehalten werden. Die Zeit vergeht; nach jeder Ebbe kommt die Flut, nach jedem Auf ein Ab, hinter jeder Wolke ist ein strahlend blauer Himmel.
Ja, ich rede klug – ich gebe zu, dass ich das selbst nicht immer beherrsche. Aber ich übe mich darin und finde mittlerweile sehr schnell aus einer Phase heraus, in der ich niedergeschlagen bin, wenn es mal wieder bergab geht.
Vertrauen bewusst leben
Vertrauen ist verletzlich und macht uns gleichzeitig stark. Es verlangt, dass wir:
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Verletzungen wahrnehmen, ohne zu verhärten
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Fehler anerkennen, ohne uns zu verurteilen
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Chancen sehen, auch wenn die Vergangenheit Enttäuschungen brachte
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Dem Leben mit offenem Herzen begegnen
Vertrauen beginnt oft klein. Ein Lächeln, eine kleine Entscheidung, eine bewusste Handlung. Und es wächst, wenn wir lernen, dass wir trotz Unsicherheit immer wieder die Kraft finden, uns zu öffnen. Vertrauen ist nicht selbstverständlich, aber es ist ein Geschenk, das wir immer wieder pflegen können.
Denn wer vertraut, lebt – verletzlich, aber authentisch, mit der Fähigkeit, das Negative anzunehmen und das Positive bewusst zu erkennen.
Bis bald,
Fanni
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