Reiki I 14.08.2026
Ich habe in letzter Zeit etwas an mir beobachtet, das ich unglaublich spannend finde. Seit meinem letzten Reiki-Grad hat sich Reiki immer stärker in meinen Alltag geschlichen. Wobei „geschlichen“ eigentlich schon wieder das falsche Wort ist, denn ich habe überhaupt nichts dafür getan. Ich habe keinen Plan aufgestellt und mir auch nicht vorgenommen, Reiki ab sofort konsequent in jede Lebenslage einzubauen. Es ist einfach passiert.
Und zugegebenermaßen musste ich erst einmal überlegen, wo ich auf meinem Weg gerade überhaupt stehe. Ich nehme das Leben nicht allzu ernst und gehe einfach meinen Weg. Daher musste ich wirklich überlegen, welchen Reiki-Grad ich bereits gelehrt bekommen habe. Ich meine, mein letzter Grad gehörte zum Halschakra und als Nächstes geht es für mich im September mit dem Dritte-Auge-Chakra weiter. Allein daran merke ich schon, wie wenig ich Reiki inzwischen als etwas empfinde, das nur während einer bestimmten Anwendung stattfindet. Es ist für mich nicht mehr: Jetzt mache ich Reiki – und anschließend mache ich wieder etwas anderes.
Reiki gehört inzwischen einfach zu meinem Leben.
Ich bin da. Also ist Reiki irgendwie auch da. Und genau das empfinde ich als wunderschön.

Manchmal reicht inzwischen ein Gedanke
Was mich dabei immer wieder verblüfft, ist, wie selbstverständlich sich meine innere Ausrichtung verändert hat. Manchmal denke ich an einen Menschen oder an eine Situation, wünsche die Liebe und alles Gute zum höchsten Wohl, spüre die Verbindung mit der universellen Lebenskraft, richte meine Aufmerksamkeit darauf – und kurze Zeit später bekomme ich eine Rückmeldung, dass sich tatsächlich etwas bewegt hat.
Natürlich könnte ich jetzt sagen: „Das war Reiki.“ Aber weiß ich das? Nein. Und das möchte ich auch ganz bewusst so stehen lassen.
Ich kann nicht beweisen, dass ein bestimmtes Ergebnis wegen dem authentischen, von mir praktizierten Reiki eingetreten ist. Vielleicht wäre es ohnehin passiert. Vielleicht war es Zufall. Vielleicht haben viele kleine Faktoren zusammengespielt. Und vielleicht gibt es Zusammenhänge, die ich nicht erklären kann.
Für mich persönlich ist ohnehin etwas anderes viel interessanter geworden: Was verändert Reiki in mir?
Denn genau dort kann ich hinschauen.
Ich nehme Situationen anders wahr. Ich richte meine Gedanken bewusster aus. Ich wünsche Menschen nicht einfach nur, dass ein Problem möglichst schnell verschwindet, sondern ertappe mich immer häufiger bei der Frage: Was könnte diese Situation diesem Menschen vielleicht zeigen? Was braucht er wirklich? Und muss das, was ich gerade für die beste Lösung halte, tatsächlich die beste Lösung für ihn sein?
Das ist ein riesiger Unterschied.
Denn Reiki funktioniert für mich nicht wie ein Wunschautomat
Gerade das finde ich wichtig.
Es ist nämlich keineswegs so, dass ich an etwas denke, Reiki hineingebe und anschließend geschieht genau das, was ich mir vorgestellt habe. Ganz und gar nicht. Und je länger ich mich damit beschäftige, desto interessanter finde ich gerade die Situationen, in denen nicht das passiert, was ich mir wünsche.
Ich habe inzwischen sehr stark das Gefühl, dass es Erfahrungen gibt, die zu einem Menschen gehören. Nicht als Strafe. Nicht, weil jemand „etwas verdient“ hätte. Diesen Gedanken finde ich sogar ziemlich problematisch. Ich meine etwas anderes. Manche Erfahrungen bringen uns an einen Punkt, den wir freiwillig vielleicht niemals betreten hätten. Wir brauchen manchmal eine Erfahrung, um etwas über uns selbst zu erkennen. Um eine Grenze zu sehen. Um ein altes Muster zu bemerken. Um endlich eine Entscheidung zu treffen. Um zu erkennen, dass etwas nicht mehr zu uns passt.
Und wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, muss ich tatsächlich ein wenig schmunzeln: Die Erfahrungen, nach denen ich einen wirklich großen Schritt gegangen bin, waren selten diejenigen, bei denen ich vorher dachte: „Ach, wie schön.“ Meistens waren es die anderen. Die unbequemen. Die anstrengenden. Diejenigen, die ich liebend gern übersprungen hätte. Und wahrscheinlich kennt das fast jeder.
Solange etwas irgendwie funktioniert, verändern wir erstaunlich wenig. Erst wenn etwas so unangenehm wird, dass unser bisheriger Weg kaum noch auszuhalten ist, entsteht manchmal die Bereitschaft, tatsächlich etwas anders zu machen. Vielleicht begegnen uns deshalb manche Situationen gefühlt immer und immer wieder. Nicht unbedingt, weil „das Universum uns eine Lektion erteilen will“. Das kann und möchte ich nicht behaupten. Aber ich finde den Gedanken spannend,
wiederkehrende Erfahrungen nicht ausschließlich als Pech zu betrachten, sondern mich irgendwann zu fragen: Warum begegnet mir das eigentlich immer wieder? Vielleicht liegt darin eine Möglichkeit zur Veränderung.
Nicht die Frage: „Warum passiert mir das schon wieder?“ Sondern: „Was mache ich diesmal damit?“
Für mich liegt genau darin ein großer Teil von Bewusstseinsarbeit.
Und inzwischen sitzt Reiki sogar mit mir im Büro
Das finde ich selbst manchmal ziemlich witzig. Denn natürlich hört mein persönlicher Weg nicht auf, sobald ich morgens zur Arbeit gehe. Ich bin dort derselbe Mensch. Also nehme ich auch meine Haltung, meine Gedanken und meine innere Ausrichtung mit.
Und dadurch hat Reiki inzwischen sogar in meinem beruflichen Alltag seinen Platz gefunden – nicht als Ersatz für Fachwissen, saubere Arbeit oder rationale Entscheidungen. Ganz im Gegenteil. Gerade dort merke ich, wie wichtig es ist, Spiritualität und fachliches Handeln nicht miteinander zu verwechseln. Aber ich kann beeinflussen, mit welcher Haltung ich an eine Sache herangehe.
Ich hatte beispielsweise einen Fall auf dem Tisch, der zunächst nahezu aussichtslos erschien. Wir waren bereits an dem Punkt, an dem wir unserem Mandanten mitteilen wollten, dass eine weitere Verfolgung wirtschaftlich kaum sinnvoll erscheint. Ich saß einen Moment vor der Akte und wünschte, dass sich die Sache zum Wohle aller abschließt. Habe ich direkt eine Reiki-Behandlung auf den Fall gegeben? Nein. Aber ich war mit der universellen Lebensenergie fest verwurzelt und agierte aus dieser Energie heraus. Im Gespräch mit meinem Chef kam schließlich der Gedanke auf, eine gerichtliche Entscheidung heranzuziehen, die die entscheidende Rechtsfrage anders bewertete als alle anderen Gerichte. Erfolgsaussichten gleich gefühlt auf Null. Also haben wir genau damit argumentiert und vertreten, dass der Anspruch eben nicht verjährt war. Wir hätten verlieren können. Aber wir haben es versucht. Und der Fall wurde tatsächlich gewonnen. Unsere Mandanten waren natürlich überglücklich.
War das Reiki? Das kann ich dir nicht sagen.
Die juristische Arbeit haben Menschen gemacht. Es gab eine rechtliche Argumentation, eine gerichtliche Entscheidung und konkrete Umstände, die zum Ergebnis geführt haben. Aber ich kann sagen, was sich für mich verändert hat: Ich gebe Möglichkeiten vielleicht nicht mehr ganz so schnell auf. Ich halte einen Moment länger inne. Ich schaue noch einmal hin. Und manchmal entsteht genau in diesem kleinen Zwischenraum eine Idee, die vorher noch nicht da war.
Vielleicht besteht die größte Veränderung gar nicht im Außen
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass dies für mich der eigentliche Kern meiner bisherigen Reiki-Erfahrung ist.
Ich kann Reiki nicht benutzen, um die Welt nach meinen Vorstellungen zu sortieren. Ich kann nicht bestimmen, welche Erfahrung ein anderer Mensch machen darf und welche nicht. Und ich möchte auch gar nicht diejenige sein, die entscheidet, was für einen anderen Menschen „richtig“ ist. Was ich aber verändern kann, ist meine eigene Haltung.
Ich kann bewusster werden. Ich kann achtsamer beobachten. Ich kann meine Gedanken wahrnehmen, bevor sie sofort zu Urteilen werden. Ich kann einem Menschen etwas Gutes wünschen, obwohl ich sein Verhalten nicht gutheiße. Ich kann eine Situation betrachten und mich fragen, ob es noch einen anderen Weg gibt. Und vielleicht kann ich manchmal auch akzeptieren, dass etwas gerade nicht so läuft, wie ich es gern hätte. Gerade Letzteres empfinde ich als unglaublich schwer.
Denn natürlich möchten wir eingreifen, wenn wir sehen, dass ein Mensch, den wir lieben, auf etwas Schwieriges zuläuft. Wir möchten ihn davor bewahren. Wir möchten die Erfahrung abkürzen, den Schmerz verhindern und möglichst schon vorher die richtige Lösung auf den Tisch legen.
Und was, wenn genau diese Erfahrung später etwas in Bewegung bringt?
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Leid „notwendig“ oder etwas Schlimmes automatisch „gut“ ist. Diesen Gedanken möchte ich nicht romantisieren. Es gibt Erfahrungen, auf die Menschen sehr gut verzichten könnten.
Und wer Reiki praktiziert, möchte die Energie darauf richten. Das ist auch gut, so soll es auch sein. Aber immer mit dem Bewusstsein, dass das, was für uns bestimmt ist, für unseren Weg, dass das schließlich auch zu uns gehört und Reiki uns nur mit Liebe schützend umhüllen kann, damit wir diesen Weg so gut es geht, gehen. Aber manche Wege müssen wir einfach gehen. Und wenn etwas bereits geschehen ist, kann ich mich irgendwann fragen: Was kann daraus entstehen? Und diese Frage gibt mir persönlich sehr viel mehr Kraft als die Frage, warum das Leben mir etwas angetan hat.
Die Arbeit mit den Chakren hat mir eine Welt geöffnet, von der ich lange kaum etwas wusste
Ich bin damit nicht aufgewachsen. Niemand hat mir als Kind erklärt, dass Menschen seit Jahrhunderten mit Vorstellungen von Energiezentren arbeiten oder dass es spirituelle Traditionen gibt, in denen bestimmten Bereichen des Körpers bestimmte Themen und Qualitäten zugeordnet werden. Ich bin irgendwann eher zufällig darüber gestolpert.
Heute empfinde ich die Beschäftigung damit als unglaublich spannend. Nicht, weil ich behaupte, Chakren seien medizinisch nachweisbare Organe oder ihre spirituellen Zuschreibungen wissenschaftlich bewiesene Tatsachen. Das sind sie nicht. Aber als Modell zur Selbstbeobachtung empfinde ich die Arbeit damit als wertvoll.
Wenn ich mich beispielsweise mit dem Halschakra beschäftige, beschäftige ich mich automatisch mit Themen wie Ausdruck, Kommunikation und der Frage, ob ich meine Wahrheit überhaupt ausspreche.
Wenn ich mich mit dem Dritten Auge beschäftige, lande ich bei Wahrnehmung, Intuition, innerer Klarheit und der Frage, wie bewusst ich eigentlich durch mein Leben gehe.
Allein diese Fragen können etwas bewegen.
Und genau deshalb denke ich manchmal: Wie schön wäre es, wenn Kinder schon früh lernen würden, auf diese Weise nach innen zu schauen?
Nicht zwingend unter dem Etikett Reiki oder Chakrenlehre. Schule muss spirituelle Vorstellungen nicht als Tatsachen vermitteln.
Aber Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung, Emotionsregulation, bewusstes Kommunizieren, Grenzen wahrnehmen, den eigenen Körper spüren, Gedanken beobachten und sich selbst reflektieren – warum sollten solche Dinge nicht genauso selbstverständlich zum Lernen gehören wie Mathematik und Rechtschreibung?
Vielleicht würden manche von uns dann nicht erst mit 30, 40, 50 oder 60 Jahren entdecken, dass man sich selbst überhaupt beobachten kann.

Reiki hat für mich nicht die Welt magisch verändert
Vielleicht ist genau das mein bisheriges Fazit.
Seit Reiki immer selbstverständlicher zu meinem Leben gehört, ist meine Welt nicht plötzlich frei von Problemen geworden. Menschen werden trotzdem krank. Fälle können verloren gehen. Pläne können scheitern. Menschen können Entscheidungen treffen, die ich nicht verstehe. Und auch ich erlebe weiterhin Situationen, die ich mir ganz anders gewünscht hätte. Aber ich begegne meiner Welt anders.
Bewusster. Aufmerksamer. Manchmal vertrauensvoller. Und vielleicht auch mit ein bisschen mehr Bereitschaft, nicht jedes Ergebnis sofort in „gut“ und „schlecht“ einzuteilen.
Manchmal weiß ich heute noch nicht, wofür eine Erfahrung gut gewesen sein könnte. Vielleicht werde ich es irgendwann verstehen. Vielleicht auch nie. Aber ich schaue hin.
Und genau darin liegt für mich inzwischen ein unglaublich wichtiger Teil von Reiki.
Es ist nicht mehr etwas, das ich für eine bestimmte Zeit einschalte und anschließend wieder ausschalte. Es begleitet mich beim Nachdenken, beim Arbeiten, in Begegnungen mit anderen Menschen und bei meiner eigenen Entwicklung.
Ich bin da. Also ist Reiki auch da.
Herzlichst, Fanni
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